Kondensatablassrohr und Barriere (DP & DB)
Ein korrosionsbeständiges Entwässerungssystem und eine Flüssigkeitsbarriere, die aggressive flüssige Schwefel- und Salzsäurekondensate an der tiefsten Sohle des Kompensators sammeln und kontrolliert abführen.
In Kohlekesseln, Müllverbrennungsanlagen und Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) führt die Taupunktunterschreitung (120°C - 150°C) zur Auskondensation hochkonzentrierter Schwefel- und Salzsäure.
In horizontalen Kanälen wirkt die tiefste Stelle des Gewebekompensators als Auffangwanne. Stehende Säure zerstört die Faserbindemittel des Isolierkissens und zerfrisst Dichtmembranen. Das BundleTec DP & DB System fängt Säurefilme mit einer Tropfkantenbarriere (DB) ab und führt sie über ein säurefestes Ablaufrohr (DP) sicher ab.
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Übersicht
Das Kondensatablassrohr mit Barriere (DP & DB) bietet zuverlässigen Korrosionsschutz für chemisch beanspruchte Gewebekompensatoren. Die Tropfkante (DB) hindert den Säurefilm daran, unter das Textilgewebe zu wandern, während das geodätisch tief angeordnete Ablaufrohr (DP) die Flüssigkeit in die Neutralisation leitet.
Einsatzbereiche
- Nasse Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) & Wäscherkanäle
- Kohlekraftwerks-Kessel nach Economizer
- Thermische Abfall- und Sondermüllverbrennungsanlagen
- Schwefelsäure- und Düngemittelproduktionsanlagen
- Kessel-Anfahrleitungen und Teillast-Rauchgaskanäle
Technische Vorteile
- Eliminiert Säureseen in der Kompensatorsohle und steigert die Standzeit auf über 5 Jahre
- Gefertigt aus titan-stabilisiertem 1.4571, Hastelloy C-276 oder massiver PTFE-Auskleidung
- Kondensatbarriere (DB) leitet den Flüssigkeitsfilm gezielt vom Gewebeband weg
- Integrierter Tauchrohr-Siphon oder automatisches Spülventil sichert Ablauf unter Unterdruck
- Voll konform mit den Flanschnormen ASME B16.5 und EN 1092-1
DP & DB Technische Parameter & Einsatzgrenzen
| Standard-Nennweiten | DN25, DN40, DN50, DN80 (PN10/16 oder ASME Class 150) |
| Auslegungsdruck | -10.000 Pa bis +20.000 Pa (-100 mbar bis +200 mbar) |
| pH-Einsatzbereich | pH 0,5 bis pH 14 (werkstoffabhängig) |
| Werkstoffauswahl | AISI 316Ti (1.4571), Hastelloy C-276 (2.4819) oder PTFE |
| Armaturenausführung | PTFE-dichtender Edelstahl-Kugelhahn / Pneumatik-Ventil |
| Normenkonformität | FSA-DSJ-401 · ASME B16.5 · EN 1092-1 |
Kondensatablassrohr und Barriere (DP & DB) — Detaillierte Konstruktionsarchitektur
1. Säuretaupunkt-Thermodynamik & Phasenumwandlung
Rauchgase mit SO₂, SO₃ und HCl besitzen nach Verdes-Müller Taupunkte zwischen 120°C und 150°C. Bei Anfahrvorgängen oder Teillast kondensiert flüssige Säure an den Kanalwänden. In liegenden Kanälen sammelt sich diese Säure in der Kompensatorfalte und zersetzt Balg und Flansche in kürzester Zeit.
2. Barriere-Mechanik & Schwerkraft-Entwässerung
Die Kondensatbarriere (DB) unterbricht den Flüssigkeitsfilm an der Kanalsohle und leitet ihn in den Ablaufstutzen. Das Entwässerungsrohr (DP) am tiefsten geodätischen Punkt führt die Säure ab. Ein barometrischer Tauchrohr-Siphon verhindert das Eindringen von Falschluft bei Kanalunterdruck.
3. Metallurgie, PREN-Wert & Lochfraßbeständigkeit
Heiße Schwefelsäure durchdringt Normalstahl rasch. BundleTec verwendet Werkstoffe mit PREN > 32: Titan-stabilisiertes 1.4571 für pH 2-5, Hastelloy C-276 für extreme Chlorid- und Säurekonzentrationen oder massives PTFE. Alle Schweißnähte werden säuregebeizt und passiviert.
4. Betriebserfahrungen, Gefälle & Wartungsplan
In REA-Anlagen sammelten sich wöchentlich bis zu 50 Liter Säure, die ungeschützte Bälge in 6 Monaten zerstörten. Der Kanalboden muss mit mindestens 1:50 Gefälle zum Stutzen ausgeführt werden. Bei Frostgefahr verhindert eine Begleitheizung das Auskristallisieren.
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Internationale Qualitäts- und Fertigungsnormen
Alle internen Kompensatorkomponenten werden streng nach FSA- und RAL-GZ 719-Richtlinien gefertigt.
Gütegemeinschaft Weichstoff-Kompensatoren Temperaturgruppen 1-5, Dichtheitsprüfungen und Zugfestigkeiten.
Fluid Sealing Association FSA-DSJ-401/402 Innenausbauten, Strömungsleitbleche und Klemmleisten-Drehmomente.
Richtlinien für elektrostatische Erdung, Potentialausgleich und Explosionsschutz in Zonen 1/21 und 2/22.
Häufig gestellte Fragen
Warum benötigen Gewebekompensatoren eine Säureentwässerung? +
Weil bei Unterschreitung des Säuretaupunkts flüssige Schwefelsäure auskondensiert, die sich in der unteren Kompensatorfalte sammelt und das Textilgewebe sowie die Flansche chemisch zerstört.
Wie arbeiten Tropfkante (DB) und Ablassrohr (DP) zusammen? +
Die Kondensatbarriere (DB) fängt den am Boden entlangkriechenden Säurefilm vor dem Kompensator ab; das Ablassrohr (DP) an der tiefsten Sohle führt die gesammelte Flüssigkeit ab.
Funktioniert die Entwässerung auch bei Unterdruck im Kanal? +
Ja, durch Vorschalten eines barometrischen Siphons (U-Rohr) oder einer automatisierten Absperrarmatur fließt das Kondensat kontinuierlich ab, ohne dass Falschluft angesaugt wird.
Welche Werkstoffe werden für das Ablassrohr verwendet? +
Je nach Säurekonzentration 1.4571 (AISI 316Ti), Nickellegierungen wie Hastelloy C-276 oder chemisch vollkommen inertes PTFE.